Wohn-Riester-Reform 2027: Was sich für Bestandsverträge ändert – und wie du jetzt entscheidest
Was ändert sich konkret?
Die Reform bringt drei wesentliche Änderungen für Wohn-Riester (Eigenheimrente) mit sich:
- Höhere Zulagen: Für Beiträge bis 360 Euro gibt es künftig 180 Euro Zulage (50 Cent je eingezahltem Euro). Für weitere Beiträge bis 1.440 Euro kommen bis zu 360 Euro hinzu (25 Cent je Euro zwischen 360,01 und 1.800 Euro). In Summe sind damit bis zu 540 Euro Förderung pro Jahr möglich – deutlich mehr als bisher.
- Niedrigere Schwellen für Modernisierungsförderung: Bisher mussten Entnahmen für alters- oder energiegerechte Umbauten mindestens 6.000 bzw. 20.000 Euro betragen, um förderfähig zu sein. Künftig reichen Maßnahmen ab 3.000 Euro.
- Kürzere Besteuerungsdauer: Beim Wohnförderkonto entfällt die bisherige jährliche 2-Prozent-Erhöhung, und der Besteuerungszeitraum verkürzt sich von 20 auf 5 Jahre.
- Neue Zielgruppe: Ab 2027 können erstmals auch Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer die Förderung nutzen.
Was passiert mit bestehenden Verträgen?
Für alle Verträge, die bis zum 31. Dezember 2026 abgeschlossen werden, gilt Bestandsschutz. Ab dem 1. Januar 2027 können Inhaberinnen und Inhaber dieser „Altverträge“ frei wählen, ob für sie weiterhin das alte oder das neue Fördersystem gelten soll – und zwar für alle Riester-Verträge, nicht nur Wohn-Riester.
Das bedeutet: Ein Vertragsabschluss noch in diesem Jahr verschließt dir also nicht die Vorteile der Reform, sondern eröffnet dir zusätzlich die Option, zwischen beiden Systemen zu wählen, sobald die Details ab 2027 feststehen.
Worauf du jetzt achten solltest
Die Entscheidung zwischen altem und neuem System hängt von individuellen Faktoren ab – etwa vom aktuellen Stand des Wohnförderkontos, geplanten Modernisierungen oder der eigenen Steuersituation. Pauschale Aussagen sind hier nicht seriös möglich. Sinnvoll ist es, sich frühzeitig einen Überblick über den eigenen Vertrag zu verschaffen und die Wahlmöglichkeit ab 2027 aktiv zu prüfen, statt sie zu verpassen.
→ Zum Wohn-Riester-Schnellcheck: grobe Tendenz in drei Fragen